26.7.06

 

Wirtschaftsanwältin entdeckt ihr Herz für Kinder zur besten Sendezeit

TiteL: Judith Kemp, Deutschland 2004

ARD, Samstag, 29.07., Spielfilm/Drama 20:15 - 21:45 Uhr

Der Film als ein Beispiel für eine tyosiche Fernsehweisheit. Gerechtigkeit kann nur mit Tricksereien hergestellt werden. Und das machen dann die Anwälte.

aus der Filmbeschreibung:

"Wirtschaftsanwältin Judith Kemp, in ihrer Kanzlei der Shootingstar, ist nicht glücklich in ihrem Job. Sie hat Familienrecht studiert und sieht ihre Berufung darin, in Not geratenen Menschen zu helfen. Obwohl sie eigentlich gar keine Zeit hat, übernimmt sie nebenher den Fall einer dreifachen Mutter, die von ihrem Mann mit einem Schuldenberg sitzen gelassen wurde. Judith versucht, den windigen Geschäftemacher zur Unterhaltszahlung zu zwingen, doch erst mit der unerwarteten Hilfe ihres Kanzleichefs Stefan, der einige nicht ganz legale Tricks anwendet, kann Judith dem Rabenvater das Handwerk legen..."

Und dann behauptet die Filmbeschreibung auch noch Authentizität: "Der Film erzählt eine bewegende, aus dem Leben gegriffene Geschichte ..."

mit

Judith Kemp: Jennifer Nitsch
Stefan Walther: Gunter Berger
Helena Traber: Gesine Cukrowski
Susanne Blau: Julia Richter
Julia Kemp: Roxanne Borski
Marco Kemp: Marc M. Metzger
Bernd Kemp: Thomas Huber
Maik Traber: Mario Irrek
Richter Krug: Dieter Mann
Anwalt Bach: Sven Pippig
Eva Traber: Soraya-Antoinette Richter


Musik: Christine Aufderhaar
Kamera: Eberhard Geick
Buch: Uwe Wilhelm
Regie: Helmut Metzger
Laufzeit: 88 Min.

5.7.06

 

Anwalt Abel als Miniserie bei 3sat

TV-Today hat für die Serie in Filmlänge den Genrebegriff Justizkrimi gefunden.
Insgesamt 14 Filme enstanden zwischen 1988 - 2001. Alternative Titel: Ein Fall für Jean Abel, Neuer Fall für Anwalt Abel Jetzt läuft eineWiederholung auf 3sat:


6. Juli
Anwalt Abel - In tödlicher Gefahr
Krimi, Deutschland 1998
Buch: Fred Breinersdorfer
Regie: Olaf Kreinsen
Länge: 89 Minuten

7. Juli
Anwalt Abel - Der Voyeur und das Mädchen
Krimi, Deutschland 1999

8. Juli
Anwalt Abel - Zuckerbrot und Peitsche
Krimi, Deutschland 2000
Buch: Fred Breinersdorfer
Regie: Christian Görlitz
Länge: 88 Minuten

 

Das Kriminellengericht tagt

Fritz Langs Vorkriegsklassiker, in dem Peter Lorre als Kindermörder eine grandioses Lehrstück zur Schuldfähigkeit (vermindert oder schuldunfähig wegen seelischer Störungen), vgl. §§ 20,21 StGB, vor einem Gericht aus Verbrechern und Ganoven liefert. Inzwischen gehört der Film zum "Filmkanon", den deutsche Kritiker und Filminstitutionen aufgestellt haben.

WDR, Nacht zum 6. Jui 2006 00:30 - 02:15 Uhr

Film: M - eine Stadt sucht einen Mörder, Deutschland 1931

 

Lückenloses Alibi hält nicht

Ein leider viel zu unbekannter Klassiker des deutschen Rechtsfilms.

ZDF, Nacht zum 6. Juli, 01:25 - 03:00 Uhr

Film: Der letzte Zeuge, Deutschland 1960 von Wolfgang Staudte (Regisseur von "Rosen für den Staatsanwalt")

3.7.06

 

Lehrstück über die Frage nach Schuld und Moral

Geschichte auf dem juristischen Prüfstand:

Der Hund des Generals

WDR, Montag, 3. Juli 2006, 23:00 - 00:50 Uhr

Die WDR Beschreibung:

"Von den 60 Soldaten eines „Himmelfahrtskommandos“, die 1943 an der Ostfront in auswegloser Lage kämpfen mussten, ist nur einer zurückgekommen: der Gefreite Pfeiffer. Er glaubt fest daran, dass der kommandierende General diesen Einsatz nur befohlen hat, um sich an ihm persönlich zu rächen. Denn Pfeiffer hatte unmittelbar vorher den Hund des Generals in Notwehr erschossen. Besteht zwischen den Ereignissen ein Zusammenhang? 20 Jahre später versucht eine Kommission, die Schuldfrage zu klären.

In den 60ern war die NS-Diktatur Thema zahlreicher Fernsehspiele des WDR. Häufig ging es dabei um Einzelschicksale, wie auch "Der Hund des Generals" aus dem Jahre 1964 zunächst vermuten lässt. Doch gleichzeitig wird die gesamte historische Diskussion der Zeit deutlich, und die Zuschauer erhalten im Widerspruch der Akteure ein gestochen scharfes Bild vom Krieg und davon, warum sich die junge Republik so schwer tun musste, die jüngste Vergangenheit zu bewältigen. Ein Lehrstück im besten Sinne über die Frage nach Schuld und Moral."

Schauspieler:
Paul Hoffmann (Rampf, General a.D.)
Werner Hessenland (Dr. Rust, sein Anwalt)
Karl Meixner (Oberstaatsanwalt)
Reinhard Glemnitz (Dr. Fillisch, Staatsanwalt)
Peter Lühr (Prof. Schweigeis, Historiker)

Regie: Franz Peter Wirth
Drehbuch: Heinar Kipphardt
Kamera: Herbert Strabel
Musik: Peter Fischer

 

Sind deutsche Richter faul?

Wenn Filme Antwort geben könnten, aber fragen kann man ja mal.

SWR, Montag, 3. Juli 2006, Magazin/Dokumentation 22:35 - 23:20 Uhr (VPS 22:30)

Titel: betrifft: Lahme Justiz - Sind deutsche Richter faul?

Aus der Filmbeschreibung:
"...Faule Richter? - Der Fälle gibt es genügend, sagen die beiden Filmemacher Erich Schütz und Detlev Koßmann, die belegen wie zäh und langwierig Gerichtsverhandlungen sich heute hinziehen. Manche Anklagen werden gar nicht mehr bearbeitet, die werden lieber in einem Deal mit der Justiz 'auf kurzem Dienstweg' erledigt. Statt komplizierter Verfahren ein Teilgeständnis, und der Täter kommt mit Bewährung davon.
'Die Justiz vor dem Kollaps' warnen jetzt auch Richter und demonstrierten erstmalig. Sie wehren sich gegen den Vorwurf der Unfähigkeit und verweisen auf massive Stellenstreichungen. Auch Fernsehrichterin Barbara Salesch warnt vor einem Missbrauch der Verteidigerrechte, trotzdem weiß sie auch aus ihrem Leben als Richterin am Landgericht Hamburg: 'Unsere Justiz ist Garant, dass unschuldige alle Chancen haben sich zu wehren - und das kann eben Zeit kosten.'"

 

Frings spielt nicht: TV-Bilder als objektive Beweise

Die Fifa hat entschieden: Torsten Frings wird für das nächste WM-Spiel nachträglich gesperrt und für ein weiteres - das Endspiel? - auf "Bewährung" gesperrt.

Aus der Pressemitteilung der Fifa:

"Für eine Verurteilung Frings sprachen die eindeutigen TV-Bilder, die seine Tätlichkeit gegenüber Cruz dokumentierten. Diese objektiven Beweismittel konnten vom DFB und vom Spieler nicht entkräftet werden."

TV-Bilder sind bei der Fifa also objektive Beweismittel. Das ist nicht immer so:

Laut dem ZPO-Kommentar von Baumbach u.a. Übers § 371, Rn. 17, 62. Aufl.: seien beim geringsten Anzeichen einer möglichen elektronischen Bildbearbeitung wegen ihrer Manipulationsgefahren größte Zurückhaltung bei der Auswertbarkeitsfrage geboten. Der Ausgangspunkt im Beweisrecht: Fotos, Viedomaterial etc. können in einem Zivilprozess als Augenscheinsbeweis gelten.

Kennt die Fifa eine solche Zurückhaltung in ihrem eigenen Rechtszug?

Zudem gibt es schon seit ein paar Jahren eine gewichtige wissenschaftliche Auseinandersetzung zum Thema Konstruktivismus (http://de.wikipedia.org/wiki/Konstruktivismus_%28Philosophie%29), aus der man lernen kann, das nicht alles so sein muss, wie man es sieht. Zentrale Frage ist, ob eine "objektive Erkenntnis" überhaupt möglich ist. Zumal, wenn es um Ereignisse geht, wo schon durch das Medium selbst eine Konstruktion von Wirklichkeit erfolgen kann.

Die Konstruktivsmuskritiker können aufhorchen: Pressemitteilung der Fifa legt nahe, das es mit der objektiven Erkenntnis ziemlich einfach ist.

Was ich sagen will: TV-Bilder als "objektive Beweismittel" zu qualifizieren, dürfte jedenfalls nicht dem im ZPO-Kommentar dokumentierten Rechtsempfinden entsprechen. Und die geschilderte Beweislastverteilung ist auch problematisch: Entlastung nicht gelungen, also schuldig.

Einen Rechtszug gibt es übrigens nicht.

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