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Monatliches Live-Briefing

KI up-to-Date
29.10.2026

Schwerpunkt:
Digitale Souveränität

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Ein erster Eindruck

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Warum geht es?

Einführung und Use Case

Wer hat eigentlich die Kontrolle über die eigenen Daten, sobald KI im Spiel ist? Im Oktober ging es um digitale Souveränität: um den Unterschied zwischen vertraglicher und faktischer Souveränität, um die Rolle des US Cloud Act und um einen Wohlfahrtsverband, der sein Sprachmodell einfach im eigenen Keller betreibt.

Dazu: Gerichte, die bei ungeprüften KI-Schriftsätzen den Sanktionsrahmen voll ausschöpfen, eine PHP-Sicherheitslücke, die laut den Entdeckern rund 70 Prozent aller Websites betrifft, und neue KI-Agenten, die sich mit Ihren Zugangsdaten anmelden wollen.
Neu in der Runde: Jobst Höche, früher Chief Digital Officer der Süddeutschen Zeitung Gruppe und heute KI-Berater für Wohlfahrtsverbände. Er erklärt auch, warum KI-Einsatz eher Rugby als Fußball sein sollte: hart im Spiel, aber mit Respekt vor dem Schiedsrichter.
Zudem klären wir die Zahlen des Monats, u. a.:
  • 62 % der Unternehmen fehlt der Überblick, wo ihre Daten liegen
  • 66 % sehen unklare rechtliche Vorgaben als größtes Hemmnis für KI

Die Inhalte dieser Folge

Kurzüberblick der Themen

Recht & Regulierung

Der wilde Westen wird gezähmt.
  • KI-Schriftsätze vor Gericht: Höchstbetrag in Bayern, Mutwillensstrafe in Österreich und eine Niederlage vor dem BAG wegen halluzinierter Urteile
  • Vertragliche vs. faktische Souveränität: Auftragsverarbeitung, § 203 StGB und der US Cloud Act
  • LG Aachen: Google haftet für Falschbehauptungen im KI-Modus
  • OLG Frankfurt: Ein vom Menschen geschriebener Songtext bleibt geschützt – auch nach KI-Bearbeitung
  • Verlage gegen Meta: Streit um KI-Training mit Verlagsarchiven
  • KG Berlin: Autoreply-Mails ohne echte Kontaktmöglichkeit genügen der Impressumspflicht nicht
  • LG Köln: Snapchats KI-Chatbot verstößt gegen Datenschutz und Jugendschutz
  • Schatten-KI bei OpenAI: Wenn Prüfer KI-Ergebnisse mit KI prüfen

Tech & Sicherheit

Faszinierend & gesellschaftlich relevant.
  • PHP-Sicherheitslücke: KI-Modelle halfen beim Fund – jetzt Websites patchen
  • Persönliche KI-Agenten wie Claude Duet, dots von OpenAI und Grok Bot – und wie viel Zugang sie bekommen sollten
  • 1Password: KI-Agenten melden sich an, ohne das Passwort zu sehen
  • Banken ziehen Grenzen für KI-Agenten
  • Gemini für Kleinunternehmen: praktisch, aber die Daten liegen bei Google
  • Sieben Adobe-Programme als kostenloser Open-Source-Nachbau – per KI und ohne Blick in den Originalcode
  • Muss es das größte Modell sein? Warum kleinere europäische Modelle oft reichen
  • Praxisregeln: Datenstandort klären, mit Beispieldateien testen, Agenten keine Passwörter geben

Content & Praxis

Gestern noch Science-Fiction, heute Compliance-Pflicht.
  • Use Case: Ein Wohlfahrtsverband betreibt sein Sprachmodell lokal – sensible Daten verlassen nie das Haus
  • KI in der sozialen Arbeit: Pflegedokumentation per Sprache, Kita-Förderanträge in unter einer Stunde statt vier bis sechs
  • Nur 8 % der sozialen Einrichtungen nutzen datenschutzkonforme Lösungen für die Klientenarbeit
  • KI in der Medizin: Bild-KI ist seit Jahren etabliert, Arztbriefe gehören nicht in ChatGPT
  • Behörden bauen eigene KI: F13 in Baden-Württemberg, KIPITZ beim Bund
  • Brückenlösungen mit Anonymisierung und deutschen Servern, z. B. nenna.ai und Logicc
  • Europa gegen USA: 480 Millionen Euro für Aleph Alpha, 110 Milliarden US-Dollar auf der anderen Seite

Zahlen des Monats

Zahlen die Handlungen erfordern.
  • 62 %: So vielen Unternehmen fehlt der vollständige Überblick über Datenstandorte und Unterauftragsverarbeiter – nur 34 % kennen sie genau (Everpure/Thales)
  • 66 %: So viele Unternehmen sehen unklare rechtliche Vorgaben als größtes Hemmnis für KI (Bitkom)
  • 3.000 Euro: der Höchstbetrag, den der Bayerische Verfassungsgerichtshof für KI-Schriftsätze ohne Begründung verhängt hat